18 von 18 Punkten, Top-Product-Siegel, 100 Prozent Schutzrate: Wer nach einem Avast Premium Security Test sucht, begegnet diesen Zahlen überall. Was dort selten steht: In den großen Laborläufen wurde die kostenlose Version geprüft, nicht Premium Security.
Was Avast überhaupt ist und welche Stufen es gibt – Free, Premium Security, Ultimate –, steht im Beitrag Was ist Avast. Dieser Beitrag liefert die Belege dazu: Was haben die Labore tatsächlich gemessen, und was davon spricht für Premium?
Avast Premium Security im Test: Die Laborergebnisse im Überblick
Zuerst die Zahlen, mit Quelle und getestetem Produkt, denn genau dort verschwimmt die Sache in den meisten Testberichten.
| Test | Zeitraum | Getestetes Produkt | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| AV-TEST, Windows 11, Heimanwender | Juli bis August 2026 | Avast Free Antivirus 26.6 | Schutz 6, Geschwindigkeit 6, Benutzbarkeit 6 – Top Product |
| AV-TEST (gleiche Runde, zum Vergleich) | Juli bis August 2026 | Microsoft Defender Antivirus 4.18 | Schutz 6, Geschwindigkeit 5,5, Benutzbarkeit 6 – Top Product |
| AV-Comparatives Real-World Protection | Juli bis Oktober 2025 | Avast Free Antivirus 25.6 bis 25.9 | 428 Testfälle, 100 % Schutzrate, Cluster 1, 8 Fehlalarme |
| AV-Comparatives Fake-Shops Detection | 2025 | Avast Premium Security | Zertifizierung „Approved“ |
| AV-Comparatives Anti-Phishing | 2025 | Avast | Zertifizierung „Approved“ |
Die unbequeme Pointe: Gemessen wurde die kostenlose Version
Schauen Sie in die Spalte „Getestetes Produkt“. Die beiden eindrucksvollsten Zeilen, Bestnote bei AV-TEST und 100 Prozent bei AV-Comparatives, gehören zu Avast Free Antivirus. Das ist kein Trick der Testlabore, sondern ihre Methode: Sie prüfen, wie ein Produkt Schadsoftware erkennt und blockiert, und die Engine dahinter ist in der kostenlosen und der bezahlten Version dieselbe.
Spannend ist ein Detail aus dem AV-Comparatives-Bericht: Dort steht, dass AVG und Norton die Avast-Engine verwenden. Wer also über Norton 360 oder das AVG Upgrade nachdenkt, vergleicht bei der reinen Erkennung drei Namen mit demselben Kern. Der Unterschied liegt auch dort in dem, was drumherum gebaut wurde.
Der Beitrag Avast erklärt bringt den Unterschied auf eine Formel: Die kostenlose Version stoppt den Virus auf der Festplatte, Premium Security versucht, den Moment davor zu verhindern, in dem er dorthin gelangt. Labortests messen fast nur den ersten Teil. Genau deshalb sagt eine Bestnote über die Stärke von Premium so wenig.
Was Premium Security zusätzlich bietet – und was davon ein Labor prüft
Laut Avasts eigenem Funktionsvergleich gehören zu Premium Security unter anderem:
- Ransomware-Schutz, der nicht vertrauenswürdige Anwendungen daran hindern soll, Ihre Dateien zu verändern oder zu verschlüsseln.
- Erweiterte Firewall gegen unberechtigte Zugriffe auf den Rechner.
- Erkennung gefälschter Websites beim Einkaufen und Banking.
- Fernzugriffs- und Webcam-Schutz, etwa gegen Angriffe über das Remote Desktop Protocol.
- E-Mail-Wächter, der verdächtige Mails und infizierte Anhänge in Konten wie Gmail oder Outlook markiert (bis zu fünf Konten).
- Sicheres Öffnen verdächtiger Dateien in einer isolierten Umgebung.
Welche dieser Funktionen ein unabhängiges Labor bewertet? Gut belegt ist nur die Erkennung gefälschter Websites: Dafür trägt Premium Security die AV-Comparatives-Zertifizierung zur Fake-Shop-Erkennung, dazu kommt die Anti-Phishing-Zertifizierung für Avast. Firewall, Ransomware-Schutz und Webcam-Schutz sind dagegen in den regulären Windows-Tests von AV-TEST (Schutz, Geschwindigkeit, Benutzbarkeit) und AV-Comparatives keine eigene Bewertungskategorie. Sie können funktionieren, nur sagt Ihnen darüber keine Note etwas.
Die Ultimate Suite bündelt Premium Security mit VPN, Cleanup und AntiTrack. Für die Labore spielt das keine Rolle, denn sie prüfen die Schutzfunktion, nicht das Zubehör. Wie sich Premium und Ultimate unterscheiden, zeigt die Gegenüberstellung in Free, Premium und Ultimate.
Avast Premium Security oder Windows Defender?
In derselben AV-TEST-Runde erreichte auch der Windows Defender das Top-Product-Siegel, mit 6, 5,5 und 6 Punkten. Der Abstand zu Avast Free liegt also in einer halben Punktstufe bei der Geschwindigkeit. Wer Premium gegen Defender abwägt, sollte deshalb nicht auf Erkennungswerte schauen, sondern auf die Frage, ob die zusätzlichen Schutzebenen zum eigenen Verhalten passen. Warum Zusatzschutz trotz starkem Defender Sinn ergeben kann, erklärt der Beitrag zu Antivirus für Windows 11.
Für wen sich Premium Security lohnt
In unserem Überblick zu Avast hängt die Entscheidung an drei Faktoren: was Sie online tun, ob Geld über das Gerät läuft und wie viele Geräte Sie absichern. Hier die Übersetzung in vier konkrete Fragen. Premium rechtfertigt seinen Preis, sobald mindestens zwei davon zutreffen:
- Sie erledigen regelmäßig Bankgeschäfte, kaufen ein oder geben Kartendaten auf dem Gerät ein.
- Sie hatten bereits einen Schreckmoment – einen verdächtigen Link, einen zwielichtigen Download, ein Pop-up, das seriös aussah.
- Sie sichern mehrere Geräte ab, darunter auch solche von Familienmitgliedern, die erst klicken und dann nachdenken.
- Sie nutzen häufig öffentliches WLAN, wo Angriffe auf Netzwerkebene wahrscheinlicher sind.
Trifft nur ein Kriterium zu, reicht Avast Free Antivirus oft noch aus, und die Labore stützen das. Bei zwei oder mehr gehören Sie zur Zielgruppe der Zusatzebenen, bei drei oder vier erst recht.
Avast Premium Security Erfahrungen: Was Fachmedien und Tester sagen
Erfahrungsberichte von Nutzern fließen hier nicht ein, dafür die Auswertungen von Fachmedien. Die Redaktion von PCWorld führt in ihrem Test von Avast Premium Security aus, dass Avast in der AV-TEST-Auswertung von Januar und Februar 2026 sämtliche Bedrohungen erkannte und im AV-Comparatives-Realworld-Test von Februar und März 2026 bei 200 Testfällen 99,5 Prozent blockierte, bei zwei Fehlalarmen. Auch hier gilt: Das sind Erkennungswerte der Avast-Engine.
Einen unabhängigen deutschen Test gibt es ebenfalls: Die Stiftung Warentest hat „Avast One with Premium Security“ in der Testreihe Antivirenprogramme 02/2026 geprüft. Die Einzelbewertungen sind allerdings erst nach Freischaltung bei test.de einsehbar.
Premium Security kaufen: Geräte und Echtheit
Avast Premium Security gibt es laut Avast für ein Gerät oder für bis zu zehn Geräte. Beide Abos bieten denselben Schutz, der Unterschied liegt in der Gerätezahl. Beim Einzelgeräte-Abo lässt sich Premium Security auf einem Desktop-Gerät und zusätzlich auf einem mobilen Gerät aktivieren, das Mehrgeräte-Abo deckt bis zu zehn Geräte ab. Für die Einstellungen nach dem Kauf gibt es die Avast Leistung optimieren-Tipps.
FAQ
Ist Avast Premium Security bei der Malware-Erkennung besser als die kostenlose Version?
Die Labore sehen dafür keinen Beleg: Die Bestwerte bei AV-TEST und AV-Comparatives wurden mit Avast Free Antivirus erzielt. Der Mehrwert von Premium liegt in den zusätzlichen Schutzebenen wie Firewall, Ransomware-Schutz und E-Mail-Wächter, nicht in einer besseren Erkennung.
Welche Testlabore prüfen Avast?
Vor allem AV-TEST und AV-Comparatives; beide veröffentlichen regelmäßig Ergebnisse für Windows-Heimanwender. Die Stiftung Warentest hat „Avast One with Premium Security“ in der Reihe 02/2026 getestet.
Lohnt sich Avast Premium Security, wenn ich schon den Windows Defender nutze?
Bei der reinen Erkennung kaum: Beide erhielten in der AV-TEST-Runde von Juli und August 2026 das Top-Product-Siegel. Premium lohnt sich, wenn Sie die Zusatzfunktionen tatsächlich brauchen, etwa beim Online-Banking, beim Einkaufen oder auf mehreren Geräten.
Kann ich die Geräte ändern, auf denen die Lizenz aktiv ist?
Ja. Laut Avast deaktivieren Sie Premium Security zunächst auf einem Gerät, damit ein Platz frei wird. Das deaktivierte Gerät bleibt über Avast Free Antivirus in der Avast One App weiter geschützt. Anschließend installieren Sie die App auf dem neuen Gerät und geben den Aktivierungscode aus Ihrem Avast-Konto ein.
Wie aktuell sind die Testergebnisse?
Die AV-TEST-Werte stammen aus der Runde von Juli und August 2026. AV-TEST veröffentlicht die Ergebnisse im Zweimonatsrhythmus, die aktuelle Übersicht finden Sie auf der Website des Labors.
Fazit: Wofür Sie bei Avast Premium Security bezahlen
Nicht für bessere Erkennung. Die Bestnoten, die auf jeder Testseite stehen, gehören zur kostenlosen Version und zu einer Engine, die auch AVG und Norton nutzen. Bezahlt wird für Schutzebenen drumherum: Firewall, Ransomware-Schutz, Erkennung gefälschter Websites, E-Mail-Wächter. Davon hat ein Labor bisher nur die Fake-Shop-Erkennung gesondert zertifiziert; der Rest ist Herstellerversprechen mit plausibler Logik. Ob Ihnen das den Aufpreis wert ist, hängt davon ab, was auf Ihrem Gerät passiert, und nicht davon, wer die schönste Testtabelle hat.


